[Im Test] Paper Tales – Wollt ihr denn ewig Leben?

Paper Tales

Wir schreiben das Jahr 2018. Frosted Games bringt die deutsche Version von Paper Tales auf den Markt. Endlich können nun auch Geschichten von Drachen, Gestaltwandlern und vielen anderen Fabelwesen auf Deutsch erzählt werden. Auch wir haben uns am Wohnzimmertisch zusammengefunden, um uns diese Geschichten zu erzählen. Lest hier ob uns Paper Tales überzeugen konnte.

Tatsächlich war es das Schachteldesign was uns zuerst bei Paper Tales ansprach. Im Profil eines Königs finden sich diverse Fantasykreaturen und Helden wieder. Alles sehr ansprechend gestaltet bis hin zum Text auf der Rückseite.

Um was geht es bei Paper Tales?

Lang ist es her, dass unbezwingbare Heldinnen in legendären Schlachten kämpften und mythische Wesen die Lande bevölkerten. Die Paper Tales sind das letzte Relikt aus diesen längst vergangenen Epochen. Doch nun ist es an der Zeit, dieses Buch wieder zu öffnen und die Legenden wieder zum Leben zu erwecken! Und sei es nur auf Papier.

Bei Paper Tales handelt es sich um ein Kartenspiel für 2 – 5 Spieler, welches für geübte Spieler nicht länger als 30 Minuten dauert. Es fällt in die Kategorie der Carddrafting und Handmanagement- Spiele. Grundsätzlich geht es darum sich innerhalb von vier Runden die besten Karten zu sichern und somit die stärksten Kämpfer zu wählen, Gebäude in seinem Königreich zu errichten und schlagkräftige Kombinationen zu finden. Alles dies bringt euch Siegpunkte, die hier Legendenpunkte genannt werden. Wer die meisten dieser Punkte erzielt hat, gewinnt das Spiel und erlangt ewigen Ruhm.

Wie wird Paper Tales gespielt?

Kartenauslage bei Paper Tales
Kartenauslage bei Paper Tales

Zu Beginn des Spieles erhält jeder Spieler 3 Goldstücke mit welchem er seine Helden und Monster bezahlen kann. Jede Runde besteht aus sechs unterschiedlichen Phasen:

  1. Rekrutieren: In dieser Phase erhalten alle Spieler 5 Karten auf die Hand. Jeder Spieler wählt davon eine Karte und gibt die restlichen Karten an seinen benachbarten Spieler weiter. Dies geschieht so lange, bis alle Spieler wieder 5 Karten auf der Hand haben. Bei der Auswahl geht ihr nach Kampfstärke, Ressourcen, die euch die Karte bringt oder Spezialfähigkeiten.

Spielt man nur zu zweit, so startet man mit 9 Karten auf der Hand. Man wählt eine Karte aus und legt eine auf den Ablagestapel, bevor man die Karten in seiner Hand weitergibt.

  1. Aufstellen: Jetzt gilt es zunächst vier seiner Einheiten aus der Hand in einem 2×2 Raster in Position zu bringen. In der vorderen Reihe positioniert ihr die Einheiten, welche ihr in den Kampf schicken wollt. In Reihe Zwei alle weiteren Einheiten. Die fünfte Karte auf der Hand hebt ihr euch für die nächste Runde auf. Im weiteren Verlauf des Spiels wird es auch möglich sein bis zu 5 Karten abzulegen. Achtet jedoch darauf, dass ihr die ausgelegten Einheiten auch immer bezahlen könnt. In Runde 1 stehen euch nicht mehr als drei Goldstücke zur Verfügung.
  2. Kämpfen: Hierzu vergleicht ihr eure Kampfstärke der Einheiten aus den vorderen Reihen und evtl. der zweiten Reihe mit eurem rechten und linken Sitznachbar. Je gewonnenen Kampf erhaltet ihr mindestens drei Legendenpunkte. Durch diverse Kombinationen und Zusatzeffekte sind auch mehr Punkte möglich. Viele der Einheiten haben diverse Spezialfähigkeiten, die durch Kombinationen mit anderen Karten aktiviert werden können.
  3. Gold einnehmen: Zahltag. Jeder Spieler erhält mindestens 2 Goldstücke und x-weitere für bestimmte Einheiten, welche er ausgelegt hat.
  4. Bauen: Jedem Spieler stehen fünf Bauwerke zur Verfügung in Form von Karten, welche er im Laufe des Spieles errichten kann. Jedes dieser Bauwerke kann Ressourcen, Siegpunkte oder weitere Kampfstärke mit sich bringen. In jeder Runde könnt ihr, insofern ihr die nötigen Ressourcen habt ein Bauwerk bauen oder upgraden. Mehr als ein Bauwerk oder Upgrade, kann pro Runde jedoch nicht gebaut bzw. gelegt werden.
  5. Altern: Am Ende einer jeden Runde werden sogenannte Alterungsmarker auf die vor euch liegenden Karten verteilt. Denn wie auch in jeder guten Geschichte, umspannt auch eure mehrere Jahre und die Zeit geht auch an euren Helden nicht spurlos vorüber. Was bedeutet, dass in der Regel eure Einheiten nicht länger als 2 Runden einsetzbar sind.

Sobald diese Phasen abgeschlossen wurden beginnt die nächste Runde nach dem gleichen Schema. Nachdem ihr fünf neue Karten auf der Hand gesammelt habt, könnt ihr euch nun entscheiden ob ihr mit den bisher ausgelegten Karten aus der vorhergegangen Runde weiterspielt. Ihr könnt alle Karten ersetzen oder nur vereinzelte. Am Ende von Runde Vier werden dann noch die letzten Legendenpunkte für die errichteten Bauwerke verteilt und abgerechnet.

Wollt ihr denn ewig Leben?

Der besondere Reiz von Paper Tales liegt, neben den ansprechend illustrierten Karten, beim Finden von vielfältigen Kartenkombinationen, um seine Legendenpunkte zu optimieren. Paper Tales lässt unterschiedlichste Strategien zu. Während die einen rein auf Kämpfe setzen können, suchen andere vielleicht ihr Glück in der Optimierung ihrer Bauwerke. Spannender ist jedoch das Thema Alterungsmarker und das Sterben der Einheiten. Gerade hiermit lassen sich vielfältige und mächtige Kombinationen schaffen, welche einem unzählige Legendenpunkte bringen können. Sei es das „Artefakt“, welches nicht sterben kann und unzählige Alterungsmarker unter anderem durch die Spezialaktionen von „Die Herrin der Zeit“ oder „Die Todenbeschwörerin“ sammeln kann und am Ende des Spiels diese in unzählige Legendpunkte umwandeln kann. Oder andere Einheiten, welche erst durchs Altern richtig stark werden. Die Kosten, Stärkewerte und Sonderfunktionen sind auf den Karten klar voneinander abgegrenzt und sinnvoll strukturiert.

All das Finden von Strategien und das Kennenlernen der unterschiedlichsten Fähigkeiten von Karten sichert die Langzeitmotivation.

Paper Tales ist schnell gespielt, nachdem man die ersten Lernrunden hinter sich hat. In nur 30 Minuten tauscht man Karten, kämpft man, errichtete Bauwerke und versucht die besten Kombinationen zu finden, um mehr Legendenpunkte als seine Mitspieler zu sammeln.

Die Regeln sind einfach und strukturiert dargestellt, so dass jeder schnell beginnen kann an seiner eigenen Legende zu schreiben.

Einziges kleines Manko für uns:  In der Variante für 2 Spieler will der Funke nicht ganz so überspringen. 9 Karten pro Spieler und die Entscheidung, welche Karte man behält und welche auf den Abwurfstapel landet kommt eher träge daher und macht Paper Tales etwas unübersichtlich. Daher haben wir beschlossen, dass das Spiel nur auf den Tisch kommt, wenn wir auch Freunde zu Besuch haben. Dann ist es tatsächlich ein Must-Play für uns. Einen schöneren Einstieg oder Abschluss in den Spieleabend kann man sich nicht wünschen.

Am Horizont ist auch schon eine Erweiterung in Sicht, welche im englisch sprachigen Raum Paper Tales: Beyond the Gates heißt und uns weitere Einheiten und Bauwerke bringen wird. Wir können es kaum erwarten.


Spieleranzahl: bis 5

Alter: ab 10 Jahren

Spieldauer: 30 Minuten

Preis: ca. 25 Euro

Erscheinungsjahr: 2018

Verlag: Frosted Games

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